Sammler ließen sich ihr Hobby mehr kosten
Rund 33.000 Besucher kamen in die Stuttgarter Messehallen
Der Schnee am Freitag morgen sorgte für einen leicht verspäteten Beginn des Gedränges in den Messehallen, doch am Ende kamen wieder rund 33.000 Sammelbegeisterte auf den Stuttgarter Killesberg. Von Freitag bis Sonntag fanden dort die ISA, die IWB, die Internationale Mineralien- und Fossilienbörse und die Welt Antik statt, am Samstag und Sonntag kamen noch die Internationale Münzenmesse mit Briefmarken sowie Eisenbahn-, Puppen- und Spielzeugmarkt, Uhrenbörse, Parfumflaconbörse sowie Comic- und Ansichtskartenbörse hinzu. Die Zahl der Besucher entspricht etwa der des Vorjahres, doch da im Jahr 2006, anders als in diesem Jahr, zusätzlich die Anglermesse stattfand, kann man sogar von einer gestiegenen Zahl für die Sammlermessen sprechen.
Gestiegen ist auch die Kauflust der Besucher. Zwar blieb ihre Zahl weitgehend gleich – 68 Prozent hatten zum Befragungszeitpunkt bereits etwas gekauft, 81 Prozent hatten dies noch vor –, doch dabei griffen die Sammler deutlich tiefer in die Tasche: Im Durchschnitt gaben sie 410 Euro aus. Möglicherweise ist das auch darauf zurückzuführen, dass die Zahl derjenigen, die die Messen aus beruflichem Interesse besuchen, leicht von vier auf sechs Prozent gestiegen ist. Um das reichhaltige Angebot bei den insgesamt etwa 1000 Händlern zu prüfen, nahmen sie sich reichlich Zeit. Im Schnitt verbrachte jeder Besucher knapp viereinhalb Stunden in den Messehallen.
Das Einzugsgebiet der Stuttgarter Sammlermessen hat sich weiter vergrößert. 36 Prozent der Besucher nahmen einen Anfahrtsweg von mehr als hundert Kilometern auf sich, 12 Prozent reisten sogar aus mehr als dreihundert Kilometern Entfernung an. Im Vorjahr waren es noch 34 bzw. 7 Prozent gewesen. Ebenso gestiegen ist die Zahl der ausländischen Besucher – von zwei auf jetzt fünf Prozent. Die Stuttgarter Sammlermessen genießen vor allem in den Nachbarländern Frankreich, Österreich und Schweiz einen guten Ruf, aber auch in Italien, Spanien, den Niederlanden, Polen, Tschechien und Kroatien. Selbst Japaner und Kanadier waren unter den befragten Besuchern.
Besuchermagnet war erneut die IWB, bei der vor allem das Angebot an Antik- und Sammlerwaffen aber auch an Jagd- und Sportausrüstungen gefragt war. Besonderes Interesse fanden auch die Vortragsforen, in denen es um die anstehenden Gesetzesnovellen im Waffenrecht ging. Die Sonderschau „Sammlerschätze – Büchsenmacherkunst aus vier Jahrhunderten“ mit wertvollen alten Waffen war ebenfalls besonders gut besucht. Das Interesse der ISA-Besucher verteilte sich recht gleichmäßig auf Spielzeug, Uhren, Schmuck, Kunsthandwerk, Antiquariat sowie Comic- und Ansichtskarten. Bei der Welt Antik waren vor allem hochwertige Antiquitäten sowie antiker Schmuck und Uhren gefragt. Münzen standen erneut im Mittelpunkt des Besucherinteresses bei der Internationalen Münzenmesse mit Briefmarken. Highlight in diesem Jahr waren der Kursmünzensatz 2007 und die silberne 10-Euro-Gedenkmünze „50 Jahre Römische Verträge“, die in Stuttgart erstmals zum Verkauf standen.
Sehr geschätzt wird die Möglichkeit, mit einer Eintrittskarte mehrere Messen besuchen zu können: Mehr als 80 Prozent der Besucher machten davon Gebrauch. 90 Prozent der Besucher (Vorjahr: 88 Prozent) hielten das Angebot der Messen für vollständig, 96 Prozent fanden den Messebesuch lohnend, und 92 Prozent (Vorjahr 90 Prozent) wollen die Sammlermessen an Freunde und Bekannte weiterempfehlen.
Übrigens ist der Sammler laut dem objektiven Umfrageergebnis mehrheitlich männlich (76 Prozent). Der subjektive Eindruck bestätigt das allerdings nur im Bereich Sammlerwaffen und Münzen. Bei den Themen Schmuck, Spielzeug und Parfumflacons drängten sich sehr viele Frauen an den Tischen der Händler. Und immerhin waren 37 Prozent der Besucher nach eigenen Angaben in Begleitung des (Ehe)-Partners gekommen, weitere 18 Prozent in Begleitung weiterer Familienmitglieder. Die Stuttgarter Sammlermessen waren damit erneut etwas für die ganze Familie. Das wird auch mit dem Umzug auf das neue Messegelände am Stuttgarter Flughafen nicht anders sein. Vom 3. bis 6. April 2008 werden sich dann erneut die Tore für alle Sammler öffnen.
[Auszüge aus dem Pressetext vom 25.03.2007]





